Stadtgrün - urban learning labs for climate adaptation

Ein gemeinsam mit dem IZKT (Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung) im WS 2019/2020 durchgeführtes Seminar

Gemeinsam mit dem IZKT (Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung wurde mit Studierenden des Studiengangs „Planung und Partizipation“ urbane Lernlabore für grüne Infrastrukturen in Stuttgart entwickelt. 17 Studierende erarbeiteten und erprobten (letzteres coronabedingt nur teilweise) gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen, PartnerInnen aus der Praxis, Verwaltung und Zivilgesellschaft vier Stadtgrün-Projekte für konkrete, selbständig ausgewählte Orte in der Stuttgarter Innenstadt:

Grüne Infrastrukturen (Alleen, Grünflächen etc.) werden in Städten immer wichtiger, um das Mikroklima zu regulieren, Biodiversität zu bewahren und Begegnung und sozialen Austausch zu fördern. Gerade bei hoher Verdichtung eröffnen sie der pluraler werdenden Bevölkerung integrative Freizeit-, Erholungs- und Experimentierräume. Die Forderung "Mehr Natur in die Stadt!" steht auf der politischen Tagesordnung der Landeshauptstadt Stuttgart. Verschiedene städtische Förderprogramme und zivilgesellschaftliche Aktivitäten zielen auf die Entwicklung und Pflege grüner Infrastrukturen. Allerdings zeigt die Praxis, dass Stadtgrün, seine Pflege und Erreichbarkeit ungleich verteilt ist, unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird und gerade bei hohen Bodenpreisen und konkurrierenden Flächennutzungsansprüchen unter Druck gerät. Alle Akteure sind gefragt, innovative Formen des Erhalts, der Entwicklung und Vernetzung von Stadtgrün zu entwickeln. An dieser Problemlage setzte das Projektseminar an.

Die Studierenden haben sich in der ersten Phase der Veranstaltung besonders engagiert mit den Perspektiven der verschiedenen Disziplinen auf Stadtgrün auseinandergesetzt. Im Rahmen einer Exkursion zum Wagenhallenareal am Stuttgarter Nordbahnhof wurden zwei Stadtgrün-Projekte – der bürgerschaftliche Gemeinschaftgarten Stadtacker und die baubotanische, perfomative Intervention Theater of the long now – von ihren Initiatoren vorgestellt und diskutiert.

Die Führung durch Martin Abelmann (Stadtacker)
Die Führung durch Martin Abelmann (Stadtacker)
...und Hannes Schwertfeger (Bureau Baubotanik)
...und Hannes Schwertfeger (Bureau Baubotanik)

Auf dieser Grundlage konnten in der zweiten Phase vielversprechende Ansätze für urbane Lernlabore entwickelt werden. In den Projektplanungen gelang es überwiegend vielschichtige, ort- und zielgruppenbeogene Konzepte vorzubereiten, die sich durch eine stark experimentelle und ko-roduktive Herangehensweise auszeichneten. Dabei wurde deutlich, dass vielfältige Herausforderungen entstehen, die im Hörsaal nicht zu Tage getreten wären. Die Seminarteilnehmende erprobten den verantwortlichen Umgang mit unterschiedlichen Interessen, Wissens-, Werte- und Interessenkonflikten. Sie lernten externe Akteure in die Konzeptentwicklung einzubinden und übten die öffentliche Kommunikation ihrer Projekte.

Eine geplante öffentliche Präsentation der Projekte und ihrer Ergebnisse, an der von externer Seite großes Interesse besteht (Rathaus Stuttgart, „Stadtteilvernetzer-Tagung“ im Hospitalhof) musste aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen vertagt werden.

Das Projektseminar wurde im Rahmen der MWK-Förderlinie „Lehr- und Lernlabore“ zur Unterstützung innovativer Lehrformate als Projekt der „Change Labs“ der Universität Stuttgart gefördert.

Dieses Bild zeigt  Cordula  Kropp
Prof. Dr.

Cordula Kropp

Leitung Sowi V

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