Yana Boeva und Sebastian Bornschlegl auf der EASST 2026 in Krakau

16. September 2026 / Sowi V

Vom 8. bis 11. September 2026 fand die EASST-Konferenz an der AGH-Universität in Krakau, Polen, statt – die größte europäische Fachtagung im Bereich der Science and Technology Studies (STS). Die Abteilung für Technik- und Umweltsoziologie (SOWI V) war mit Dr. Yana Boeva und Sebastian Bornschlegl vertreten.

Sebastian Bornschlegl präsentierte auf der EASST-Konferenz in seinem Vortrag „Co-agency in urban densification: How heterogeneous factors shape repair and construction in the building stock“ zentrale Ergebnisse seiner Dissertationsforschung zur urbanen Nachverdichtung. Die vorgestellten Erkenntnisse entstanden im Rahmen der interdisziplinären Forschung am Exzellenzcluster IntCDC. Eine ausführliche Darstellung des Konzepts der Co-Agency sowie der empirischen Befunde bietet diese Publikation.

Yana Boeva stellte Ergebnisse aus ihrer praxistheoretischen Forschung zu computerbasierten Entwurfsmethoden für klimaneutrales Bauen vor. Ihr Vortrag „Loopholes in climate-neutral design“ untersuchte, welche „Schlupflöcher" in Definitionen von Klimaneutralität und in Planungsprozessen sowohl stagnierende Praktiken als auch generative Potenziale aufweisen. Darüber hinaus beteiligte sie sich an der Podiumsdiskussion „STS and the infrastructural now“, die der Frage nachging, was Science and Technology Studies und Stadtforschung voneinander lernen können. Im Zentrum stand dabei das Konzept des „infrastrukturellen Jetzt“ (Sepehr & Paulos, 2026) – einer rekursiven, vorausschauenden Gegenwart, in der Städte sich in einem ständigen Erprobungsmodus befinden.

Gemeinsam gestalteten Boeva und Bornschlegl im Rahmen der Making and Doing-Reihe einen interaktiven Mini-Workshop. Unter dem Titel „Making urban development tangible through physicalization“ erkundeten sie das Potenzial von Physikalisierungsansätzen für die Berücksichtigung sozialer Anforderungen in der Stadtplanung. Der Beitrag basiert auf einem interdisziplinären Projekt mit dem Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart (VISUS), das im Kontext der Forschung am Exzellenzcluster entstanden ist. Die entwickelte Methode adressiert gängige Defizite hinsichtlich der Visualisierungskomplexität und fungiert als »boundary object« für partizipative Planungsprozesse und die Ko-Produktion von Wissen zwischen heterogenen Akteuren.

Die Resonanz der Workshop-Teilnehmenden war durchweg positiv: Die Methode wurde als vielseitig einsetzbar für unterschiedliche Planungsszenarien und Problemstellungen bewertet. Eine Publikation zur entwickelten Physikalisierung befindet sich derzeit in der Begutachtung.

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Yana Boeva und Sebastian Bornschlegl auf der EASST-Konferenz
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