Abteilungen

Direkt-Links und Kurz-Informationen zu den Abteilungen SOWI I - VII

SOWI I - III (Politikwissenschaftliche Abteilungen):
Breitscheidstraße 2, 70174 Stuttgart

SOWI IV - VII (Soziologie-Abteilungen):
Seidenstraße 36, 70174 Stuttgart

Geschäftsführender Direktor:
Prof. Dr. Ulrich Dolata

Kurz-Informationen zu den Abteilungen am Institut für Sozialwissenschaften

Warum werden einige Menschen politisch aktiv, während andere passiv bleiben? Wie zufrieden sind die Bürger*innen mit den politischen Eliten, deren Entscheidungen und der Demokratie insgesamt? Und welchen Beitrag leisten Parteien, Verbände oder neuere Verfahren der Bürgerbeteiligung im Hinblick auf die politischen Einstellungen der Bürger*innen und ihre politische Beteiligung?

Diesen Fragen geht die Abteilung „Politische Systeme und Politische Soziologie (SOWI I)“ nach. Im Zentrum der Forschung stehen subnational und international vergleichende Erhebungen. Die Daten dienen als Grundlage für die Untersuchung der politischen Beteiligung der Bürger*innen und ihrer Einstellungen zur Politik einerseits sowie der politischen Prozesse und ihrer Ergebnisse (z.B. in Form von Gesetzen) andererseits.

Im Mittelpunkt der Lehre stehen Theorien und Methoden der Vergleichenden Politikwissenschaft und der Politischen Soziologie. Die Lehrveranstaltungen der Abteilung beschäftigen sich mit politischen Institutionen (z.B. Regierung und Parlament), politischen Einstellungen (z.B. zu staatlichen Maßnahmen), politischem Verhalten (z.B. Wählen) und politischen Prozessen (z.B. Gesetzgebung).

Zur Abteilung SOWI I

Wie sollen Demokratien im 21. Jahrhundert ausgestaltet sein? Genügen die bestehenden repräsentativen Institutionen oder braucht es deliberative oder direktdemokratische Innovationen, um die Demokratiequalität zu erhöhen? Und was wünschen sich eigentlich die Bürger*innen von Demokratie? Diesen Fragen geht die Abteilung "Politische Theorie und empirische Demokratieforschung" nach.

Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen bei deliberativer Demokratie, Bürger-Partizipation und Repräsentation. Darüberhinaus fokussieren wir auf Moralpolitik, die Transformation der europäischen Parteiensysteme sowie Demokratisierung in nicht-westlichen Ländern (insbesondere Afrika und Asien). Ein wichtiges Ziel ist Verbindung von (normativen) Theorien mit avancierten Methoden (z.B. Survey-Experimente in Kombination mit computergestützten inhaltsanalytische Methoden). Dabei sollen auch die vielfach separat betriebenen Disziplinen von empirischer Demokratieforschung und politischer Theorie einander wieder angenähert werden.

Zur Abteilung SOWI II

Welche Akteure, Faktoren und Ziele bestimmen heute die internationale Politik? Wie hängen Politik und Ökonomie in der globalisierten Welt zusammen? Wohin steuert die Europäische Union?

Wer sich für solche Fragen interessiert, ist an der Abteilung für "Internationale Beziehungen und Europäische Integration" genau richtig. Hier wird erforscht, wie sich die internationale Politik und die Europäische Union entwickeln. Nationalstaaten haben in der heutigen globalisierten Welt nur noch begrenzte politische Steuerungsmöglichkeiten – daher wird besonders auf die politische Rolle transnationaler Unternehmen eingegangen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die nachhaltige Entwicklung und die politischen Auswirkungen des Erstarkens von China und Indien.

Die Vorlesungen und Seminare der Abteilung beschäftigen sich unter anderem mit der Global Governance, der internationalen Umwelt- und Sozialpolitik und der globalen politischen Ökonomie. Weitere wichtige Themen sind das Regieren im europäischen Mehrebenensystem, die Rolle Chinas und Indiens in der Weltpolitik und Theorien und Methoden der Internationalen Beziehungen.

Zur Abteilung SOWI III

In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Wie entsteht Ausländerablehnung? Wie können Einstellungen gemessen und statistisch analysiert werden?

Die Studierenden lernen an der Abteilung für "Soziologie und empirische Sozialforschung" die modernen Theorien der Sozialwissenschaften kennen, vor allem Handlungs- und Systemtheorien. Sie erfahren, in welcher Weise Sozialstrukturanalysen der Gegenwartsgesellschaft durchgeführt werden, wie soziale Einstellungen und Verhaltensweisen gemessen werden, und mit welchen Verfahren sozialwissenschaftliche Daten erhoben und statistisch-computergestützt ausgewertet werden.

Die Forschung konzentriert sich unter anderem auf die Struktur und Dynamik von sozialen Einstellungen und auf den Zusammenhang zwischen sozialen Einstellungen und sozialen Handlungen. Forschungsprojekte der letzten Jahre haben beispielsweise die Ursachen und die Entstehung sexueller Gewalt sowie die symbolischen und handlungsbezogenen Strukturen von italienischen Migrantenkulturen untersucht. Auch werden statistische Modelle zur Erforschung von sozialen Prozessen (z.B. von Sozialisationsdynamiken) entwickelt.

Zur Abteilung SOWI IV

Die Forschungsschwerpunkte der Stuttgarter Technik- und Umweltsoziologie liegen auf der gesellschaftlichen Einbettung sowie den möglichen Folgen und Risiken von sozio-technischen Transformationsprozessen, wie beispielsweise Digitalisierung und Automatisierung oder Energie- und Verkehrswende. Besonderes Interesse kommt dabei Prozessen der Infrastrukturentwicklung, der partizipativen Gestaltung von Veränderungsprozessen und der Orientierung an nachhaltiger Entwicklung zu.

Unsere laufenden Forschungsprojekte finden Sie zusammen mit den verantwortlichen Ansprechpartner*innen beim Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS)

Zur Abteilung SOWI V

Die Stuttgarter Organisations- und Innovationssoziologie befasst sich sowohl in theorieorientierten wie auch in empirischen Projekten mit den organisationalen, sektoralen und institutionellen Veränderungsprozessen, die mit der Entwicklung und Diffusion technologischer Innovationen einhergehen. Untersucht werden insbesondere die Verschränkungen von technischem und sozialem Wandel sowie die damit verbundenen Transformationsverläufe und Restrukturierungsprozesse in verschiedenen Wirtschaftssektoren, im Internet und in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen.

Zu den Schwerpunkten unserer Forschung zählen

  • Arbeiten zur politischen Ökonomie des Internets, das heute maßgeblich durch die Organisierungs- und Kuratierungsleistungen der großen privatwirtschaftlich betriebenen Plattformen geprägt wird;
  • Untersuchungen zur Neujustierung und Rolle nicht-organisierter Kollektive und kollektiver Akteure im Internet (wie z.B. soziale Bewegungen oder Projektgemeinschaften);
  • Analysen zum soziotechnischen Wandel verschiedener Mediensektoren durch Internet und Mobile Devices;
  • Projekte zur Transformation des Energiesektors und der Automobilindustrie, zur Adaptions- und Strategiefähigkeit etablierter Unternehmen sowie zu den Konfliktkonstellationen in sozioökonomischen und -technischen Umbruchperioden;
  • konzeptionelle Arbeiten zu organisationaler Trägheit, Pfadabhängigkeiten und Pfadbrüchen im Kontext nachhaltiger Transformationsprozesse;
  • theoretisch orientierte Arbeiten zum sozioökonomischen und institutionellen Wandel moderner Gesellschaften durch Technik.

Die Forschung der Abteilung ist problemorientiert und folgt einer empirisch begründeten Theoriebildung. Die empirische Basis bilden in der Regel kausal rekonstruierende Fallstudien, auf deren Grundlage theoretisch-konzeptionelle Verdichtungen erfolgen und verallgemeinerbare Muster und Mechanismen soziotechnischen Wandels identifiziert werden.

Zur Abteilung SOWI VI

CSS liegt an der Schnittstelle zwischen Sozial- und Computerwissenschaften. Soziale Phänomene stehen dabei im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses, diese werden allerdings mit bislang in den Sozialwissenschaften wenig genutzten Datentypen und Verfahren analysiert.

Konkret geht es z.B. um die Nutzung von prozessgenerierten Daten, also etwa Plenarprotokolle des Bundestags, wissenschaftliche Texte und Kollaborationen, oder Messages in Social Media Kanälen (etwa Tweets). Methodisch vereint CSS klassische Inferenzstatistik mit iterativen Rechenregeln (also Algorithmen) oder Bayesianischen Wahrscheinlichkeitsklassifikationen. Diese werden dann beispielsweise dazu genutzt um Themen in großen Mengen an Text zu erkennen, Wirtschaftswachstum zu prognostizieren oder soziale Beziehungen aufgrund basaler sozialer Attribute vorherzusagen.

Neben der Aufbereitung vielfältiger Datentypen und der Entwicklung innovativer Methoden ist in unserer Gruppe aber auch deren „sozialwissenschaftliche Passung“ ein wesentlicher Teil der Aufgabe. D.h. uns geht es auch darum die Validität und Reliabilität der Daten sowie die theoretische Anschlussfähigkeit der Analysemethoden sicherzustellen.

Zur Abteilung SOWI VII

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