Susanne Vogl und Antonia J. Krahl haben im Rahmen des DGS-Kongresses die Ad-hoc-Gruppe „Methodenmix neu gedacht: Konzeptionelle Weiterentwicklung und praktische Integration in Mixed Methods Forschung“ organisiert.
Mixed Methods Forschung zählt mittlerweile als etablierte Strategie in der empirischen Sozialforschung. Dies lässt sich unter anderem auf die wachsende Komplexität gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge im Zuge von Globalisierung, Digitalisierung und gesellschaftlichen Polykrisen zurückführen. Denn die Kombination mehrerer Datenarten und Methoden verspricht, unterschiedliche Facetten eines Phänomens sichtbar zu machen und so ein vertieftes, differenzierteres und häufig auch valideres Verständnis zu ermöglichen.
Nach einer anfänglichen Phase, die vor allem durch die Entwicklung von Design-Typologien und die Diskussion epistemologischer Grundlagen geprägt war, richtet die Fachgemeinschaft ihre Aufmerksamkeit inzwischen verstärkt auf praktische Umsetzungsfragen sowie auf komplexere und dynamische Forschungsdesigns, die sich mit klassischen Typologien häufig nicht mehr adäquat abbilden lassen. Daraus ergeben sich sowohl konzeptuelle als auch praktische Weiterentwicklungen der Mixed Methods Forschung. Diese betreffen insbesondere den Kernbereich der Mixed Methods Forschung: die zunehmend hinterfragte Dichotomie zwischen qualitativen und quantitativen Methoden und Daten – auch angesichts neuer Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz –, Fragen der Integration und Darstellung heterogener Datenarten, die produktive Rolle von Widersprüchlichkeiten und Abduktion, Qualitätskriterien sowie die Weiterentwicklung von Mixed Methods Methodologien.
Diese aktuellen Entwicklungen wurden in der Ad-hoc-Gruppe anhand von thematisch fokussierten und konzeptionellen Vorträgen sowie einer abschließenden, übergreifenden Diskussion aufgegriffen.
Clara Groß hat in ihrem Beitrag „Heterogene Daten, mehrdimensionale Prozesse: Potenziale und Grenzen der Integration von Eye-Tracking und Verbaldaten zur Analyse kognitiver Antwortprozesse“ gezeigt, wie sich Integration auf Fallebene mit heterogenen Daten herstellen lässt und Metainferenzen gebildet werden können.